Ich trage auf eine Leinwand (50 x 50 cm) Strukturmasse auf. Mit einem Spachtel deute ich einen großen mittleren Kreis an und je einen kleineren in den Ecken. Und jetzt? Ich trage Farbe auf. Ich übermale. Ich versuche andere Farben. Ich übermale. Das Ergebnis ist zu bunt, zu aussagelos. Sinnlos. Allein die gewollte Symmetrie mit den vier Kreisen in den Ecken stört mich. Verzweilung macht sich breit. Irgendetwas fehlt.
Die Idee, Wollfäden als Strukturelemente zu verwenden, drängt sich mir nicht nicht zum ersten Mal auf. Bisher habe ich sie als abwegig verworfen. Sie widerspricht dem Prinzip Unperfektion, dem ich mich durch den Einsatz von Strukturmasse erfolgreich genähert habe. Wollfäden als Begrenzer konfrontieren das Prinzip Zufall mit einer Ordnung, die ich doch garnicht will. Oder?
Ich versuche es. Sei es drum.
Ich klebe Wollfäden auf, deute weitere kleinere Kreise und Spiralen an, verbinde diese mit dem großen Kreis in der Mitte, beziehe die bereits vorhanden Eckkreise mit ein. Es ist ein langsamer, fast meditativer Prozess, der auf Intuition beruht. Alles darf. Das macht Spaß.
Ein Spielfeld entsteht. Ich entscheide mich dafür, Flächen eine neutrale Farbe zu geben, die entstandenen Spiralen und Kreise jedoch farbig, ja bunt, zu gestalten. „Play with me“ (Acryl/Mixmedia auf Leinwand) entsteht im Februar 2026.


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