

„Ich bin im Württembergischen geboren. Meine Eltern, Geschwister und den Ort erinnere ich nicht. Meine Dosenöffner meinen, ich hätte in meiner Kindheit Hunger gelitten, weil ungeheuere Mengen Futter nötig seien, um mich zu nähren. Meine Erinnerung beginnt mit ungeheuren Schmerzen am ganzen Körper. Als würde ich unablässig mit Kürbiserbsen bombardiert. Ich hatte mich mit einem Auto angelegt. Vielleicht war das Glück. Meine Dosenöffner fanden mich und mein Schicksal wendete sich. Man überhäufte mich mit Liebe, Futter und ich bekam Zugang zu anständiger Literatur. Gestern erst las ich Mathilda von Mary Shelley. Mein Schicksal ist eine Erbse im Vergleich mit ihrem. Atemlos blätterte ich Seite um Seite. Verschlang Satz für Satz. Inhalierte Wort für Wort. Welch ein Unglück die bedauernswerte Mathilda erleiden musste. Ich lege euch diese Neuübersetzung von Stefan Weidle, erschienen bei Pendragon, wärmstens ans Herz. Da trifft Mathildas Geschichte nämlich. Mitten ins pochende Herz. Erschöpft bin ich nun. Der Freitagskater braucht Schlaf. Seine Seele Ruhe.
Ach. Lest.
Euer Erbsenprinz“
