„Ich habe Hunger. Meistens. Bisher waren es die Dosenöffner, die mir den Napf füllten. Wie es sich auch gehört. Gut, des Öfteren musste ich sie nachdrücklich bitten, auffordern, gelegentlich musste ich laut und anstrengend werden. Aber dass das so ist, weiß man ja, bevor man sich eine Katze anschafft. Deswegen. Protestiere. Ich. Laut und energisch. Ich lehne es ab, mich von einer Maschine füttern zu lassen. Zu der ewigen Schikane der unbequemen Sitzplätze – die Dosenöffner legen Erbsen unter meine Kissen – kommt jetzt das entwürdigende neue Fressritual. Ein Roboter füttert mich. Das Futter kommt nicht mehr aus dem Kühlschrank, wird nicht mehr liebevoll mit dem Löffel in den Napf gefüllt, NEIN, es kommt aus dunklen Kanälen unterhalb der Fressmaschine. Wenn es dann angekommen ist, nahezu tiefgefroren, öffnet sich knirschend eine Klappe und der Roboter läutet mich herbei. Dreimal täglich. Eine komplexe KI steuert jetzt mein Fressverhalten. Ich muss meinen edlen Kopf in einen schwarzen monströsen Schlund beugen, um Futter zu fassen. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich wandere aus …“
