01.01.2026
Neujahr: draußen nass und stürmisch, drinnen sentimental mit Häkelnadel statt Pinsel.
02.01.2026
Drinnen: Mangel an Sauerstoff, Bewegung und Ideen treiben uns raus.
Draußen: Launen mit Regenschauer, Sturmböen und Schneegestöber treiben uns rein.
03.01.2026
Eine geschlossene Schneedecke liegt über allem, über Hässlichem wie Schönem. Eine friedliche Insel der Glückseligkeit. Am Nachmittag rutscht der Schnee ohne Vorwarnung, aber donnernd, in großen Stücken vom Dach.
04.01.2026
Nicht repräsentative Studie zur Wirkung von Genussmitteln durchgeführt: Waffeln-Kirschen-Sekt führen zu ausgiebiger Lachmuskelbetätigung bei munterem multidirektionalem Plausch. Quiche-Rotwein erzeugen konzentrierten fast philosophischen Tiefgang zu Themen von „Was ist Kunst“ bis „Warum sind wir, wer wir sind“.
05.01.2026
Vorher: Nach der außerordentlichen Anhäufung von Sonn- und Feiertagen wächst Freude auf Normalität.
Nachher: Die Kombination von Jahresanfang, Frühtermin und Schneefall entspricht nicht dem gängigen Bild von Normalität.
06.01.2026
Planung: Nach sorgfältiger Vorbereitung Netzwerkinstallation umgebaut und trotz etlicher, wenn auch kleinerer Hürden wieder zum Laufen gebracht. Erleichterung.
Improvisation: Nach fast fünf Monaten spontan ein ziemlich weit fortgeschrittenes Romanmanuskript um ein Kapitel ergänzt. Jubel.
07.01.2026
15 cm Schnee. Alle Systeme sind runterzufahren. Das Postauto gibt auf, Schulen schließen, Auftausalz wird erlaubt. Der Norden kann Hochwasser, aber nicht Schnee. Fehlstart?
08.01.2026
Grenzlage: Nahe der Niederlande wohnend überschreiten wir Grenzen gerne und oft und wissen doch immer, wo wir sind.
Grenzwetterlage: Auf Schneeschmelze folgt morgen erneut Schneefall, heißt es. Wo die Grenze ist und wo wir, erfahren wir in den Nachrichten und bleiben besser, wo wir sind – wo auch immer das ist.
09.01.2026
Draußen: Nichts bleibt, wo es fällt.
Drinnen: Jede/r bleibt, wo sie/er sitzt.
10.01.2026
Die Sonne lacht und lockt. Es ist so viel einfacher, vor der Haustür zu kehren, als mich wegen der Krisen in der Welt zu sorgen. Sogar die Weihnachtsbäume werden abgeholt.
11.01.2026
Ich prangere an: Zehn Tage Realitätsverweigerung, während denen ich in meinen Beiträgen 2026 für 2025 ausgegeben habe. ![]()
Experiment: Zehn Tage das Leben im Hier und Jetzt erproben. ![]()
12.01.2026
Malen, Schreiben,Textilarbeiten. Jeden Tag gewinnt eine andere Disziplin, wird Lieblingskunst. Deswegen: Stiefkünste brauchen besonders viel Zuwendung und Zeit.
13.01.2026
Manches Gesagte beschäftigt lange. Manches Ungesagte nicht minder.

14.01.2026
Der Kreativzuckerspiegel stieg erfolgsgetrieben zuletzt in schwindelerregende Höhen. Kleinere Hindernisse pendelte er geschickt aus, doch anhaltenden Stillstand und zunehmende Unzufriedenheit lässt ihn nun ins Bodenlose fallen.

15.01.2026
Dies und Das.
Kunst wird gerahmt und gehängt.
Heute so, morgen oft anders.

16.01.2026
Herausgeputzt.
Gestärkt und positiv und selbst
der Herausforderung entgegentreten.

17.01.2026
Erschöpft. Aber der nächste Tag kündigt sich mit Versprechen an.
