„Ich lasse mir nicht gern ins Maul schauen. Da bin ich eigen. Schön schaut es da eh nicht aus. Schon früh habe ich Zähne verloren. Maulgesundheit ist mir nicht gegeben.
Vorgestern Abend jedoch habe ich nicht aufgepasst. Tiefenentspannt habe ich auf der Couch geschlummert und nicht gemerkt, dass die Dosenöffnerin freie Fahrt hatte und mir die Lippen hochschob. Besorgt wurde der Dosenöffner herangerufen. Da sei am Unterkiefer eine erbsengroße Schwellung. ERBSENGROSS! Ihr könnt euch mein Entsetzen vorstellen! Jetzt habe ich diese Widerlinge schon im Maul! Wütend presste ich meine Lippen aufeinander, um weitere Untersuchungen stante pede zu unterbinden. Dann hatte ich erstmal Ruhe …
… bis zum nächsten Morgen, als die Dosenöffner einen weiteren Versuch starteten, sich der Erbse in meinem Maul zu nähern. Nicht sehr erfolgreich, das kann ich euch versprechen. Den Angriff auf mein intimstes Inneres konnte ich verhindern, nicht jedoch den Anruf beim Tierarzt.
Wenige Stunden später war es bereits soweit. Ich habe den Braten
gleich gerochen und mich tüchtig gewehrt, als die Dosenöffner mich in die Transporttasche verfrachteten. Während der Fahrt im Auto habe ich natürlich ununterbrochen gejammert, wie man es von mir gewöhnt ist. Das Protestpinkeln hat leider nicht funktioniert, ich hatte zuvor dummerweise meine Blase entleert. Auf dem Untersuchungstisch ist der letzte Widerstand gebrochen. Diese Menschen im Kittel haben mir schließlich in meinen dunkelsten Stunden geholfen. Ich habe Respekt vor der Frau Doktor
und ordentlich mein Maul geöffnet.
Wollt ihr erst die gute oder erst die schlechte Nachricht hören?
Also die schlechte zuerst: Ende Januar habe ich einen
Zahnarzttermin. Ich bin fällig. Aber so schlimm ist das nicht, denn die gute Nachricht ist: Da ist keine Erbse in meinem Maul. Das ist nur Hornhaut. Dosenöffner haben sie am Fuß, Katzen im Maul. Halleluja!
Es grüßt euch, Euer #erbsenprinz!
PS: Kein Wunder, dass ich erbsengrosse Hornhaut am Unterkiefer habe. Mein Maul ist nicht sonderlich weich gebettet.“

